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Pressemitteilung zum Ausbau der Berner Schulinformatik
10. März 2006

Am 9. März 2006 hat der Berner Stadtrat über den Ausbau der Informatik der Stadtberner Volksschulen abgestimmt. Dieses grosse Geschäft wird in den Jahren 2007 bis 2010 ausgeführt und ist weitere 7 Jahre wirksam. In wenigen Stunden wurde über 22 Millionen Franken entschieden: Eine Investition von 8.5 Millionen und Folgekosten von 2 Millionen pro Jahr. Der Anteil für Hardware beträgt 4.5 Millionen, derjenige für Software über diese Dauer 3 Millionen.

Der Verein Wilhelm Tux setzt sich ein für die Anwendung von offenen Standards und freier Software (FOSS = Free Open Source Software) in öffentlichen Bereichen in der Schweiz. FOSS ist für alle Menschen öffentlich verfügbar und wird in der Gesellschaft immer wichtiger. Das Internet funktioniert nur dank FOSS und offenen Standards. Wilhelm Tux hat auch bei diesem Geschäft dargelegt, dass mit FOSS
  • eine von der Stadt geforderte Chancengleichheit
  • eine zukunftsgerichtete Ausbildung
  • eine beträchtliche Einsparung
möglich werden.

Mit einer Systemplattform auf Linux-Basis könnten einige Millionen gespart werden, die dann für die Ausbildung selbst zur Verfügung stünden. Stattdessen zieht es der Stadtrat offenbar vor, die bereits gigantischen Quasi-Monopolisten (Firmen wie Microsoft u. a.) zu unterstützen.

Die Stadtverwaltung setzt offenbar fast ausschliesslich auf proprietäre Software (Microsoft und ähnliche), welche viel kostet und kaum offene Standards verwendet. Somit werden viele Menschen gezwungen, kostenpflichtige Software und immer wieder teure Updates zu kaufen.

Auch wenn an Windows als Systemplattform festgehalten wird, gibt es dafür sehr viel hochwertige freie Software. Diesem Umstand haben Änderungsanträge der Fraktionen Grünes Bündnis/Junge Alternative und FDP Rechnung getragen. Sie forderten den Einsatz von FOSS, welche systemunabhängig und mit offenen Formaten auch auf einer Windows-Plattform betrieben werden kann. Die finanziellen Ersparnisse könnten dadurch zur Bildung selbst verschoben werden.

Selbst dieser moderate Antrag wurde gestern von einer merkwürdigen Konstellation aus SP, SVP und CVP niedergestimmt. Einige Begründungen dazu waren nachweislich falsch; ebenso wurden Zitate von Experten falsch wiedergegeben.

Der Rat hat die Türe zum "proprietären Käfig" von Microsoft & Co. nicht ganz zugemacht und verfügt, dass die bekannte Bürosoftware Open Office parallel zu Microsoft Office installiert wird. Es gibt jedoch über 7000 Programme, die systemunabhängig sind, und 20'000 freie Programme für Windows. Solche können zwar wie Open Office "wo möglich" eingesetzt werden. Doch die Erfahrung mit ähnlich vagen Formulierungen im analogen Fall der Stadt Winterthur zeigt, dass dann praktisch nichts passiert.

Aus Sicht von Wilhelm Tux ist der gestrige Entscheid einer rot-grün verwalteten Stadt im Jahre 2006 nicht zeitgemäss und nicht nachvollziehbar. Es ist legitim, dass Konzerne versuchen, ihre Marktanteile zu vergrösseren. Es ist nicht legitim, dass die Vertreter der Öffentlichkeit in diesem Masse darauf reinfallen. Wilhelm Tux erwartet von der Verwaltung - auch ohne eine klare Direktive des Stadtrats - das bis jetzt einseitige Projekt den Ansprüchen der heutigen Zeit anzupassen.

Für den Vorstand:
Silvan Gebhardt, Präsident
Theo Schmidt, Vizepräsident
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